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Cybermobbing stoppen

Betroffene werden schikaniert, bedroht oder blossgestellt. Ioannis Martinis ist Spezialist für Recht im digitalen Raum und erklärt das mögliche Vorgehen.

Herr Martinis, wie definieren Sie Cybermobbing?

Drohungen, Belästigungen und Beleidigungen, die jemand mittels elektronischer Kommunikationsmittel über einen längeren Zeitraum verbreitet. Etwa via E-Mail, Messenger-Dienste wie Whatsapp oder auf sozialen Netzwerken. Dabei werden nicht nur diffamierende Sprüche, sondern auch Bilder und Videos genutzt.

Wie kann ich mich schützen?

Machen Sie Ihr Profil auf sozialen Netzwerken nur für Freunde zugänglich. Prüfen Sie Freundschaftsanfragen genau. Gewährt man zu vielen flüchtigen Bekanntschaften oder völlig unbekannten Personen den Zutritt zum eigenen Profil, verliert man schnell den Überblick. Massiv zugenommen haben sogenannte Fake-Profile. Das sind vermeintlich echte Profile mit gestohlenen Fotos, die zur Täuschung missbraucht werden.

Posten Sie persönliche Bilder, auch der eigenen Kinder, nur sehr zurückhaltend. Im Falle einer Belästigung können Sie Personen, deren Profile oder Einträge beispielsweise bei Facebook melden. Solche Sperrfunktionen gibt es auch für Telefonnummern auf dem Smartphone.

Wie können sich Opfer von Cybermobbing wehren?

Zu Beweiszwecken sollten Printscreens der Beschimpfungen und Diffamierungen gemacht werden. Danach ist es immer noch am effektivsten, das Profil der Täterin oder des Täters zu sperren. Lassen Sie sich niemals erpressen und überweisen Sie keinesfalls Geld. Opfer sollten sich an eine Vertrauensperson wenden, etwa an die Eltern. Auch Lehrerinnen und Lehrer können weiterhelfen.

Es gibt auch den juristischen Weg. Wie unterstützen Sie die Betroffenen?

Wir beraten sie und besprechen das Vorgehen. Bei Fällen von Cybermobbing müssen wir vorsichtig und überlegt vorgehen, um die Lage nicht zu verschlimmern. Ist der Täter bekannt, reicht es oft, ihn abzumahnen und rechtliche Schritte anzudrohen. Nützt das nichts, können wir ein Gerichtsverfahren anstreben. Bei einer anonymen Täterschaft benötigen wir die Unterstützung der Polizei. An erster Stelle steht für uns immer der Schutz des Opfers und nicht die Bestrafung des Täters.

Ioannis Martinis ist Jurist bei der Helsana Rechtsschutz AG. Zu seinen Spezialgebieten gehören Fälle im Zusammenhang mit Informations- und Kommunikationstechnik sowie Vertrags- und Immaterialgüterrecht.

Wehren Sie sich gegen Cybermobbing

Sie sind Advocare Extra versichert? Dann füllen Sie das Formular  Anmeldung Rechtsschutzfall aus und senden Sie es an: Helsana Rechtsschutz AG, Entfelderstrasse 2, 5001 Aarau. Nach Eingang Ihrer Meldung wird Sie eine Juristin oder ein Jurist innerhalb von zwei Arbeitstagen kontaktieren.

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