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Finden Sie Ihren persönlichen Ausgleich zum Stress

Unser Leben wird immer hektischer. Jeder vierte Erwerbstätige ist hierzulande gestresst und erschöpft. Das sind 1,3 Millionen Menschen. Sorgen Sie für genügend Ausgleich, um fit zu bleiben. Denn zu viel Stress macht krank.

Ob Pilates, Boxen, Slacklinen oder Stricken – was Ihnen persönlich beim Abschalten und Auftanken hilft, hängt ganz von Ihren Neigungen und Interessen ab. Wer meist im Büro sitzt, benötigt vielleicht die sportliche Herausforderung, um ausgeglichen zu sein. Wer körperlich arbeitet, findet seine Work-Life-Balance vielleicht eher beim autogenen Training. Ein Patentrezept gibt es nicht, denn jeder findet seinen Ausgleich auf seine ganz eigene Art und Weise. Was hingegen für uns alle gilt: Um fit zu bleiben, braucht es die gesunde Balance zwischen Aktivsein und Entspannen. Denn dauerhafter Stress macht krank: Schlafstörungen, Schwindel, Magenprobleme, Kopf- und Rückenschmerzen, Allergien, Gedächtnisprobleme bis hin zu Depression und Burn-out sind die Folgen. Seien Sie achtsam, nehmen Sie Warnsignale wahr und stärken Sie Ihre persönliche Widerstandskraft. Ob eine Situation zur Belastung wird, hat zudem stark mit unserer persönlichen Einstellung und unserem Umgang mit der Herausforderung zu tun. Verschiedene Bewältigungsstrategien helfen Ihnen, mit schwierigen Situationen besser umzugehen.

Tipps und Inspirationen für Ihren Ausgleich

Nein sagen
Sie müssen nicht alles alleine bewältigen, auch nicht alles sofort erledigen. Setzen Sie Prioritäten und lernen Sie, Nein zu sagen. Es hängt nicht alles von Ihnen ab.
Pausen
Unterbrechen Sie mindestens alle 90 Minuten Ihre Arbeit für fünf Minuten. Verlassen Sie kurz Ihren Arbeitsplatz, trinken Sie ein Glas Wasser oder lockern Sie Ihre Rückenmuskulatur. Sie verlieren dadurch keine Zeit – es macht Sie leistungsfähiger.
Perfektion
Sie müssen nicht alles perfekt ausführen. Gut ist meist perfekt genug. Das Pareto-Prinzip besagt: 20 Prozent Aufwand bringen 80 Prozent des Ergebnisses. Für die restlichen 20 Prozent ist wesentlich mehr Energie nötig. Das lohnt sich nicht in jedem Fall.
Achtsamkeit
Achtsamkeit heisst, sich auf den Moment zu konzentrieren, statt gedanklich stets bei der übernächsten Aufgabe zu sein. Die Hirnforschung zeigt, dass Achtsamkeit unseren Körper beeinflusst. Alles entspannt sich, Glückshormone werden ausgeschüttet, Beschwerden und Probleme werden kleiner, Entscheidungen werden klar. Erlernen Sie Achtsamkeit in einem MBSR-Achtwochenkurs.
Bewegung
Sport ist das effektivste Mittel, um Stress abzubauen. Das sagt auch Trainingsexperte Thomas Mullis. Besonders Ausdauersportarten wie Wandern, Joggen, Velo fahren und Schwimmen. Sie mögen lieber Tanzen? Erlaubt ist, was Ihnen Spass macht.
Schlaf
Schlafmangel fördert Stress, Stress führt zu Schlaflosigkeit. Schlafen Sie tief und genügend? Die meisten Menschen brauchen zwischen sieben und acht Stunden Nachtruhe. Wer ohne Wecker deutlich länger schläft, sollte künftig eine halbe Stunde früher zu Bett. Meiden Sie vor dem Schlafengehen Bildschirm-Gucken. Das LED-Licht macht wach. Bei Einschlafproblemen helfen Tees mit Lavendel, Honig, Melisse, Orangenblüten, Hopfen, Baldrian. Oder lieber ein Bad mit ätherischen Ölen? Beruhigende Musik? Ausprobieren!
Frischluft
Natur erfrischt und beruhigt. Gehen Sie ins Grüne spazieren. Warum nicht den Lunch am See, das Abendessen als Picknick im Park oder am Waldrand geniessen? Ein Ausbruch aus der Routine tut immer gut.
Humor
Humorvolle Menschen können besser mit Stress umgehen. Lachen hilft, Emotionen zu regulieren, Spannungen abzubauen, den Blickwinkel zu ändern und zum Optimismus zurückzufinden. Es kurbelt die Ausschüttung von Hormonen an, die unserer Gesundheit guttun. Etwa von Beta-Endorphinen, die Depressionen entgegenwirken, und Wachstumshormonen (HGH) für ein starkes Immunsystem.
Atmung
Eine ruhige, tiefe Atmung beruhigt Geist und Körper sofort. Die SOS-Hilfe: Atmen Sie auf vier zählend bewusst und langsam ein, füllen Sie zuerst den Bauchraum, dann den Brustraum. Atmen Sie auf sechs zählend sehr langsam aus. Entleeren Sie den Brustraum und danach den Bauch. Wiederholen Sie diese Übung viermal. Vertiefen Sie dies mit Atemgymnastik und autogenem Training.
Ernährung
Ausgewogenes, abwechslungsreiches Essen ist der Motor für Kopf und Körper. Meiden Sie Fertigprodukte, diese enthalten viel Zucker und Fett. Nehmen Sie sich Zeit zum Essen. Verschlingen Sie nicht nebenbei schnell ein Sandwich. Lassen Sie auch keine Mahlzeit aus. Sie verlieren nur Ihre Leistungsfähigkeit. Und essen Sie nicht allein, denn Gesellschaft tut gut – nicht nur beim Kochen und Essen. Der Austausch mit anderen gilt als der wichtigste Stresspuffer überhaupt. Inspirationen finden Sie auch in den Anti-Stress-Ernährungstipps.
Gelassenheit
Es sind fast immer unsere Gedanken, die uns stressen, nicht die Dinge an sich. Positiv denken ist eine wichtige Bewältigungsstrategie. Oft ärgern uns Kleinigkeiten, etwa eine lange Warteschlange oder ein verpasster Zug. Wie schlimm ist die Situation wirklich, auf einer Skala von eins bis zehn? Gehen Sie zum Problem auf Distanz. Das gibt Raum für neue Lösungen.
Offline gehen
Gönnen Sie sich bewusst Zeit ohne digitale Geräte, also ein «Digital Detox». Denn ständige Erreichbarkeit, Meldungen am Laufmeter und dauerhafte Berieselung mit Informationen überfordern uns. Echte Ruhe entsteht nur durch bewusstes Ausschalten von Handy, TV, Computer & Co.
Entspannungstraining
Muskelrelaxation (PMR), Meditation, Tai-Chi, Qigong, MBSR und andere gezielte Entspannungsmethoden helfen, Stresssymptome zu reduzieren und zur Ruhe zu kommen. Am besten bauen Sie eine tägliche Übungsserie in Ihren Alltag ein.
Freiwillige Engagements
Menschen, die sich freiwillig für andere, die Umwelt oder eine gute Sache engagieren, empfinden ihr Leben als sinnvoller und haben ein höheres Selbstwertgefühl. Und: Es bringt sie auf andere, neue Gedanken.

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