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Biosimilars könnten Medikamentenkosten stark senken

Die umsatzstärksten Medikamente sind biotechnologisch hergestellte Arzneimittel, sogenannte Biologika. Mit Nachahmerprodukten – Biosimilars – liessen sich Millionen Franken sparen.

Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel werden als Biologika bezeichnet. Verglichen mit den klassischen chemischen Arzneimitteln zeichnen sie sich durch eine hochkomplexe Struktur und ein hohes Molekulargewicht aus. Biologika werden aus oder mithilfe biologischer Organismen gewonnen und bestehen aus Proteinen, Zuckern, Nukleinsäuren oder aus Kombinationen davon. Biologika haben die Therapie einiger Erkrankungen revolutioniert und Behandlungskonzepte schwerer und auch lebensbedrohlicher Erkrankungen wie Krebs, rheumatoide Arthritis, Diabetes oder Bluterkrankungen vorangetrieben. Das Potential zur Kosteneinsparung liegt bei den Nachahmerpräparaten der Biologika – den sogenannten Biosimilars. Ein Biosimilar ist definiert als biotechnologisch hergestelltes Arzneimittel, welches eine Version des Wirkstoffs eines bereits zugelassenen Biologikums (Referenzarzneimittel) enthält. Biosimilars sind sozusagen die Generika-Versionen von Biologika.

Der Einsatz eines Biosimilars anstelle des Originalprodukts hilft Kosten im Gesundheitswesen zu sparen und dem jährlichen Prämienanstieg entgegenzuwirken, ohne dabei die Behandlungsqualität und -sicherheit zu gefährden. 2016 konnten sich Biosimilars aufgrund fehlender gesetzlicher Regelungen und finanzieller Anreize (wie sie z.B. für Generika üblich sind) sowie ärztlicher Zurückhaltung aufgrund von Sicherheitsbedenken nur ungenügend auf dem Markt etablieren. Der Biologikamarkt dürfte in Zukunft stark ansteigen, und es ist vielleicht nur noch eine Frage der Zeit, bis die Ausgaben zwei oder sogar drei Milliarden Schweizer Franken pro Jahr übersteigen. Sollten aufgrund fehlender Preisregulierung und Bestimmungen keine Biosimilars entwickelt werden, dann bliebe der Ablauf von Biologika-Patenten ökonomisch folgenlos.

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