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Medikamentenkosten in der Schweiz auf 7,5 Milliarden Franken gestiegen

Der Helsana-Arzneimittelreport 2018 zeigt: Die Medikamentenkosten zulasten der Grundversicherung in der Schweiz sind so hoch wie nie. Allein zwischen 2016 und 2017 stiegen sie um 5,5 Prozent.

Der Helsana-Arzneimittelreport bringt Transparenz in die Schweizer Arzneimittelversorgung, und dies 2018 bereits in der fünften Auflage. Der neue Bericht zeigt: Die Medikamentenkosten zulasten der Grundversicherung sind weiter gestiegen, und zwar um eine halbe Milliarde Franken beziehungsweise 5,5 Prozent, allein zwischen 2016 und 2017. Aktuell betragen die Kosten 7,5 Milliarden Franken. Und die Zahlen zeigen: Das absolute Kostenwachstum ist bei Frauen etwa dreimal höher als bei Männern. Gestiegen sind auch die Kosten pro Medikamentenbezug: Waren es im Jahr 2014 noch 61 Franken, so sind es 2017 bereits 66 Franken. Dies entspricht einem Anstieg von 8,4 Prozent.

Insgesamt haben rund drei Viertel aller Schweizer Einwohner zulasten der Grundversicherung im Jahr 2017 Medikamente bezogen. Den höchsten Anteil hatte dabei der Kanton Genf. Am unteren Ende der Skala liegen die Kantone Thurgau sowie Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden.

Am häufigsten beziehen die Schweizer Patientinnen und Patienten ihre Medikamente in der Apotheke. Jeder Zweite tut dies auf diesem Weg. Ein Viertel aller Medikamente geht direkt beim Hausarzt über den Tisch und 11 Prozent bei Spitalambulatorien, weitere 10 Prozent werden beim Spezialisten bezogen. Sehr teure Medikamente (ab 1000 Franken) beziehen die Patientinnen und Patienten jedoch inzwischen vermehrt via Versandhandel, über Spezialisten oder Spitalambulatorien.

Neue Wirkstoffe: Echte Innovationen sind selten

Es sind in erster Linie die Innovationen auf dem Medikamentenmarkt, welche die Kosten in die Höhe treiben. Neue Medikamente sind patentierbar und können exklusiv vermarktet werden. Schaut man sich diese neuen Präparate genauer an, stellt man fest, dass es sich in vielen Fällen um Scheininnovationen handelt. Sie differenzieren sich durch leichte Molekülvariationen vom ursprünglichen Präparat und zeigen geringfügige therapeutische Unterschiede. Bei nur gerade 5 Prozent aller neu zugelassenen Medikamente handelt es sich um Präparate mit neuer Wirkstoffgruppe. Unter diesen echten Innovationen sind 20 neue Krebswirkstoffe und 2 neue Immunsuppressiva.

Die höchsten Gesamtumsätze in den Jahren 2014 bis 2017 erzielten Antiviralia zur Behandlung von Hepatitis C – allen voran Harvoni und Sovaldi mit insgesamt über 400 Millionen Franken Gesamtumsatz. Diese Mittel gelten zu Recht als wichtige Innovationen und haben in dieser Zeitspanne den Patienten einen grossen Zusatznutzen gebracht.

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