Pflege im Alter

Pflegende Angehörige

«Mein Leben besteht nur noch aus Arbeit. Neben der Erziehung unserer Kinder und dem Job kümmere ich mich auch noch um meine kranke Mutter. Das alles belastet mich sehr. Ich finde kaum noch Zeit für mich selber.»

Pflegende Angehörige

Sie pflegen Ihre Mutter und fühlen sich stark belastet? Sie sind nicht alleine: In der Schweiz kümmern sich rund 220 000 Menschen um ihre Angehörigen und bilden damit den grössten Pflegedienst. Rund zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden in der Schweiz von Angehörigen gepflegt – Tendenz steigend.

Die Menschen werden immer älter

Der Anstieg der Bevölkerungsgruppe im dritten Lebensabschnitt setzt sich kontinuierlich fort. Gleichzeitig werden Familien immer kleiner. Jüngeren Familienmitgliedern stehen immer mehr Angehörige der älteren Generationen gegenüber. In der Schweiz hat zudem ein Wertewandel stattgefunden. Frauen gewichten ihr berufliches Fortkommen heute stärker und mögen die Berufstätigkeit nicht immer für familiäre Verpflichtungen aufgeben. Daraus ergibt sich oft eine Mehrfachbelastung durch Beruf, eigene Familie und Angehörigenpflege. Vermehrt engagieren sich Männer bei der Unterstützung von Angehörigen. Auch sie stecken im Konflikt der schwierigen Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Gründe, weshalb Angehörige ihre Familienmitglieder betreuen, sind unterschiedlich: Sie pflegen aus Liebe oder aus Pflichtgefühl. Nicht selten geht es auch um die Finanzen. Die Freiwilligenarbeit der Angehörigen erspart die Kosten für professionelles Pflegepersonal. So können die Angehörigen unter Umständen auch einen drohenden Hausverkauf vermeiden. Denn externe Pflege kostet und die Ausgaben für einen Heimplatz gehen ebenfalls ins Geld.

Die «versteckten» Patienten

Je pflegebedürftiger ein Verwandter wird, desto grösser der Pflegeaufwand für seine Nächsten. Oft sind es die Töchter, die pflegen, seltener die Söhne oder Ehepartner. Viele sind erwerbstätig und haben selber Kinder. Die Dreifachbelastung führt bei manchen über kurz oder lang zu gesundheitlichen Problemen. Das zeigt auch die Statistik: Pflegende Angehörige gehen häufiger zum Arzt und konsumieren mehr Medikamente als die durchschnittliche Bevölkerung. Die Wissenschaftler bezeichnet sie deshalb als «hidden patients», versteckte Patienten.

Tragen Sie Sorge zu sich

Krankenpflege ist mehr als praktische Hilfestellung. Für die pflegenden Angehörigen kann ein Pflegeverhältnis Auswirkungen auf die Erwerbstätigkeit, auf soziale Kontakte und die physische und mentale Gesundheit haben. Ein nicht zu unterschätzendes Element ist immer auch die Beziehung zwischen der pflegenden und der gepflegten Person, die – bedingt durch die Biografie der Beteiligten – sowohl positive als auch negative Aspekte beinhalten kann. Nicht alle reagieren gleich auf die neue Aufgabe als pflegende Angehörige.

Finden Sie heraus, wo Ihre Grenzen liegen, und gönnen Sie sich hin und wieder Erholung. Denken Sie an Ihre eigenen Bedürfnisse wie Freizeitgestaltung, soziale Kontakte und berufliche Wunschvorstellungen. Es hilft niemandem, wenn Sie Ihre kranke Mutter oder Ihren kranken Vater bis zur Erschöpfung pflegen. Reden Sie offen über Ihre Situation und tauschen Sie sich aus, zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe. Falls Sie berufstätig sind, sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber darüber und fragen Sie, ob Sie beispielsweise Ihre Arbeitszeit vorübergehend reduzieren oder unbezahlten Ferien beziehen können.

Nehmen Sie Hilfe in Anspruch

Klären Sie ab, wer allenfalls helfen kann, und planen Sie externe Unterstützung so früh wie möglich ein. Sie können Freunde und Nachbarn um kleinere Hilfestellungen bitten und die Aufgaben innerhalb der Familie verteilen. Informieren Sie sich über die Angebote von Spitex, Pro Senectute oder ähnlichen Organisationen. Auch «Senioren für Senioren»-Vereine bieten unterstützende Dienstleistungen an.

Belastet Sie das Pflegeverhältnis zu sehr oder sind Sie in Ihrer Rolle noch nicht sicher? Es gibt spezifische Kurse und professionelle Dienstleistungs- und Beratungsangebote, die Sie unterstützen können. Machen Sie Gebrauch davon – Ihrer Gesundheit und Ihrer Familie zuliebe.

Eine Gutschrift für Ihre Privatpflege

Wenn Sie einen pflegebedürftigen Verwandten im selben Haushalt betreuen, haben Sie unter Umständen Anspruch auf eine Betreuungsgutschrift. Das heisst: Sie erhalten für Ihre Pflegetätigkeit später eine höhere Rente. Erkundigen Sie sich bei Ihrer AHV-Stelle nach den Bedingungen.

Spitex

Grundversicherung
Kostenbeitrag

Bei der Pflege zu Hause legt die Pflegefachperson Ihren voraussichtlichen Pflegebedarf mit dem direkten Zeitaufwand fest. Sie füllt dazu eine Bedarfsabklärung aus. Ihren Zeitbedarf an Pflege bezahlen wir nach dem entsprechenden gesetzlich festgelegten Beitrag in Franken.

Sie erhalten einen Beitrag an die Kosten für die Spitex zu Hause (Hauskrankenpflege), wenn diese ärztlich verordnet ist.

Voraussetzung ist, dass die gewählte Spitex-Organisation oder Pflegefachperson qualifiziert und anerkannt ist.


Haushaltshilfe

CURA
Vereinbarte Tagespauschale

Bei ausgewiesener Pflegebedürftigkeit erhalten Sie bis zur Höhe der versicherten Tagespauschale die von der Grundversicherung nicht gedeckten Kosten für eine ärztlich verordnete Haushaltshilfe, sobald die vereinbarte Wartefrist abgelaufen ist.

Voraussetzungen:

  • Sie beziehen Pflegeleistungen aus der Grundversicherung von durchschnittlich mehr als 60 Minuten pro Tag.
  • Sie erhalten die Haushaltshilfe von einem anerkannten Leistungserbringer.
  • Sie können die ungedeckten Kosten für die Haushalthilfe klar nachweisen.

Produktinformationen:
CURA
OMNIA
CHF 30.– pro Tag

Nach einem akuten stationären Spitalaufenthalt erhalten Sie 30 Franken pro Tag während bis zu 30 Tagen pro Kalenderjahr für eine ärztlich verordnete Haushaltshilfe.


Produktinformationen:
OMNIA
VIVANTE
Vereinbartes Taggeld

Bei ausgewiesener Pflegebedürftigkeit erhalten Sie das vertraglich vereinbarte Taggeld, über das Sie völlig frei (ohne Nachweispflicht) verfügen können – beispielsweise für eine Haushaltshilfe.

Die Höhe des ausbezahlten Taggeldes richtet sich nach der gewählten Variante und dem Grad Ihrer Pflegebedürftigkeit.

Voraussetzungen:

  • Ein Arztzeugnis bestätigt, dass Sie mehr als 6 Monate lang auf Pflege angewiesen sind.
  • Der Grad Ihrer Pflegebedürftigkeit beträgt mindestens 25%.


Produktinformationen:
VIVANTE
HOSPITAL ECO
CHF 30.– pro Tag

Nach einem akuten stationären Spitalaufenthalt erhalten Sie 30 Franken pro Tag während bis zu 30 Tagen pro Kalenderjahr für eine ärztlich verordnete Haushaltshilfe.


Produktinformationen:
HOSPITAL ECO
HOSPITAL FLEX
CHF 50.– pro Tag

Nach einem akuten stationären Spitalaufenthalt erhalten Sie 50 Franken pro Tag während bis zu 30 Tagen pro Kalenderjahr für eine ärztlich verordnete Haushaltshilfe.

Voraussetzung ist, dass Sie auch das optionale FLEX Ergänzungsmodul abgeschlossen haben.


Produktinformationen:
HOSPITAL FLEX
HOSPITAL PLUS
CHF 60.– pro Tag

Nach einem akuten stationären Spitalaufenthalt erhalten Sie 60 Franken pro Tag während bis zu 30 Tagen pro Kalenderjahr für eine ärztlich verordnete Haushaltshilfe.


Produktinformationen:
HOSPITAL PLUS
HOSPITAL PLUS BONUS
CHF 60.– pro Tag

Nach einem akuten stationären Spitalaufenthalt erhalten Sie 60 Franken pro Tag während bis zu 30 Tagen pro Kalenderjahr für eine ärztlich verordnete Haushaltshilfe.


Produktinformationen:
HOSPITAL PLUS BONUS
HOSPITAL PLUS CLASSICA
CHF 50.– pro Tag

Nach einem akuten stationären Spitalaufenthalt erhalten Sie 50 Franken pro Tag während bis zu 30 Tagen pro Kalenderjahr für eine ärztlich verordnete Haushaltshilfe.


Produktinformationen:
HOSPITAL PLUS CLASSICA
HOSPITAL COMFORT
CHF 90.– pro Tag

Nach einem akuten stationären Spitalaufenthalt erhalten Sie 90 Franken pro Tag während bis zu 30 Tagen pro Kalenderjahr für eine ärztlich verordnete Haushaltshilfe.


Produktinformationen:
HOSPITAL COMFORT
HOSPITAL COMFORT BONUS
CHF 90.– pro Tag

Nach einem akuten stationären Spitalaufenthalt erhalten Sie 90 Franken pro Tag während bis zu 30 Tagen pro Kalenderjahr für eine ärztlich verordnete Haushaltshilfe.


Produktinformationen:
HOSPITAL COMFORT BONUS
HOSPITAL COMFORT CLASSICA
CHF 70.– pro Tag

Nach einem akuten stationären Spitalaufenthalt erhalten Sie 70 Franken pro Tag während bis zu 30 Tagen pro Kalenderjahr für eine ärztlich verordnete Haushaltshilfe.


Produktinformationen:
HOSPITAL COMFORT CLASSICA