Pflege im Alter

Eintritt ins Pflegeheim

«Unser Vater ist gesundheitlich mehr und mehr eingeschränkt und nicht mehr in der Lage, in der eigenen Wohnung für sich selber zu sorgen. Der Gedanke an einen Wechsel ins Pflegeheim belastet uns alle sehr, denn es ist ein einschneidender Schritt.»

Lebensabend im Pflegeheim: Allein schon der Gedanke daran macht vielen Menschen Angst. Für die pflegebedürftige Person stellt der Eintritt in ein Pflegeheim das Leben auf den Kopf. Sie muss sich an eine völlig neue Umgebung gewöhnen und gleichzeitig von lieb gewordenen Gewohnheiten und Gegenständen Abschied nehmen.

Auch für die Angehörigen ist dieser Schritt eine psychische Belastung. Manche quälen sich mit Schuldgefühlen. Es ist deshalb richtig und sinnvoll, die Option Pflegeheim erst dann in Betracht zu ziehen, wenn die Pflege durch Angehörige nicht mehr infrage kommt und die ambulanten Pflegemöglichkeiten wie etwa Spitex oder Tagespflegeheim ausgeschöpft sind.

Eintritt ins Pflegeheim gerechtfertigt?

Ein Eintritt ins Pflegeheim ist unumgänglich, wenn die pflegebedürftige Person verstärkt unter psychischen und körperlichen Problemen leidet, die sich allmählich verschlimmern. Unhaltbar wird die Situation, wenn die pflegebedürftige Person durch ihr Verhalten sich selber oder Angehörige gefährdet.

Gründe für einen Eintritt ins Pflegeheim können des Weiteren Überforderung, gesundheitliche Gefährdung oder ein Übermass an psychischer Belastung oder körperlicher Anstrengung der betreuenden Angehörigen sein. Jeder Mensch stösst bei schwer zu meisternden Aufgaben wie der Pflege und Betreuung rund um die Uhr einmal an seine Grenzen. Typische Alarmzeichen sind Erschöpfung, Angstzustände, häufige Schlaflosigkeit, Niedergeschlagenheit, Gefühle der Isolation und Depression.

Offen darüber reden

Laden Sie alle an der Pflege und Betreuung beteiligten Personen an einen runden Tisch ein und besprechen Sie die Situation und die organisatorischen Aspekte eines Eintritts ins Pflegeheim. Idealerweise beziehen Sie die pflegebedürftige Person in dieses Gespräch ein. Wichtig sind auch die Einschätzung des Gesundheitszustandes und die Empfehlung des Hausarztes.

Die Wahl des Pflegeheims

Ist der Entscheid gefallen, machen Sie sich auf die Suche nach einem Pflegeheim, das den Wünschen der pflegebedürftigen Person möglichst weitgehend entspricht und Ihre Erwartungen erfüllt. Melden Sie die angehörige Person bei mehreren möglichen Institutionen an. Sie können nicht davon ausgehen, dass es in Ihrem «Wunsch-Pflegeheim» gerade einen freien Platz gibt. Viele Heime haben sehr lange Wartelisten.

Erkundigen Sie sich vor Ort über die lokalen Möglichkeiten und Verhältnisse. Am besten in Abstimmung mit der pflegebedürftigen Person. Zeigen Sie sich kompromissbereit. Es wird kaum ein Pflegeheim geben, das die individuellen Ansprüche hundertprozentig erfüllt. Hilfreiche Informationen, Adressdatenbanken und weiterführende Links finden Sie unter www.heiminfo.ch.

Der Eintritt ins Pflegeheim braucht Vorbereitung

Haben Sie ein geeignetes Pflegeheim gefunden, findet ein Eintrittsgespräch mit der Heimleitung statt. Wenn immer möglich nimmt auch die eintretende Person daran teil. Vorab geht es um die Art und den Umfang der Pflegeleistungen sowie um die Finanzierung des Heimaufenthalts. Die Heimleitung hält die Bedürfnisse und Wünsche der eintretenden Person im Hinblick auf Unterstützung, Pflege und Betreuung sowie die entsprechenden Vereinbarungen in schriftlicher Form fest. Je nach Institution und Gesundheitszustand der pflegebedürftigen Person werden Sie in diesem Gespräch auch klären, welche Möglichkeiten es für eine aktive Teilnahme am Gemeinschaftsleben im Heim gibt.

Klären Sie, ob und welche Möbel Ihre pflegebedürftige Angehörige ins Pflegeheim mitnehmen kann. Kündigen Sie den aktuellen Mietvertrag sowie Versicherungen, wie zum Beispiel Hausrat, und geben Sie den relevanten Bezugspersonen, Firmen, Institutionen und auch der Krankenversicherung die Adressänderung bekannt. Denken Sie daran, dass sich die pflegebedürftige Person beim Umzug in ein Heim in einer anderen Wohngemeinde am alten Ort ab- und bei der neuen Wohngemeinde anmelden muss.

Wer bezahlt die Pflegekosten?

Die Finanzierung der Langzeitpflege erfolgt im Wesentlichen aus drei Quellen: aus Beiträgen der Krankenkasse, aus Beiträgen der öffentlichen Hand und – solange es die finanziellen Verhältnisse der pflegebedürftigen Person ermöglichen – aus eigenen Kostenbeiträgen.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, für pflegebedürftige Angehörige Hilflosenentschädigung, Ergänzungsleistungen bei der AHV oder gegebenenfalls Sozialhilfe zu beantragen.

Die sicherste Finanzierungsvariante für eine angemessene gesundheitliche Versorgung im Alter ist ein ausreichender Versicherungsschutz. Es zahlt sich aus, frühzeitig dafür zu sorgen.

Dieses Kostenbeispiel listet die Ausgaben für die Pflege einer älteren Person auf, die im Pflegeheim rund um die Uhr betreut wird.

Finanzierung Pflege im Pflegheim

Was kann Helsana für Sie tun?

Kostenübernahme medizinische Beratung

Die Kosten für das Beratungsgespräch und die medizinische Untersuchung durch den Hausarzt vor einem eventuellen Eintritt in ein Pflegeheim bezahlt die Grundversicherung.

Falls Sie die Grundversicherung BeneFit PLUS Telemedizin abgeschlossen haben, wenden Sie sich vor einem Arztbesuch bitte an das Zentrum für Telemedizin «Medgate» unter der Gratisnummer 0800 800 090.

Falls Sie PREMED-24 abgeschlossen haben, kontaktieren Sie vor einem Arztbesuch bitte die Gratisnummer 0800 773 633.

Kostenübernahme Aufenthalt im Pflegeheim

Aus der Grundversicherung erhalten Sie je nach Pflegeeinstufung zwischen 9 und 108 Franken pro Tag. Einen Kostenanteil für Hotellerie (Zimmer, Verpflegung, Wäsche usw.) übernimmt Ihre Pflegezusatzversicherung gemäss einer vereinbarten Tagespauschale.

Mit der Langzeitpflege-Versicherung VIVANTE kommen Sie in den Genuss eines Taggeldes zur freien Verwendung.

Informieren Sie sich beim Helsana-Kundenservice unter der Nummer 0844 80 81 82 über die optimalen Versicherungs- und Pflegemöglichkeiten.

Pflegeheim

Grundversicherung
Kosten nach Tarif

Sie erhalten die Kosten nach dem vorgesehenen Tarif für stationäre Pflegeleistungen in einem Pflegeheim. Der Tarif richtet sich nach dem Grad Ihrer Pflegebedürftigkeit, der bei Ihrem Eintritt abgeklärt wird.

Die Pensionskosten (Unterkunft und Verpflegung im Pflegeheim) dürfen wir aus der Grundversicherung nicht übernehmen.


CURA
Vereinbarte Tagespauschale

Bei ausgewiesener Pflegebedürftigkeit erhalten Sie bis zur Höhe der versicherten Tagespauschale die von der Grundversicherung nicht gedeckten Hotelleriekosten (Unterkunft und Verpflegung) im Pflegeheim, sobald die vereinbarte Wartefrist abgelaufen ist.

Voraussetzungen:

  • Sie beziehen Pflegeleistungen aus der Grundversicherung von durchschnittlich mehr als 60 Minuten pro Tag.
  • Sie erhalten die stationären Pflegeleistungen von einem durch das Krankenversicherungsgesetz (KVG) anerkannten Leistungserbringer.
  • Der stationäre Aufenthalt erfolgt in einer anerkannten Einrichtung (z.B. Pflegeheim) in der Schweiz.
  • Sie können die ungedeckten Kosten für die Hotellerie klar nachweisen.

Produktinformationen:
CURA
VIVANTE
Vereinbartes Taggeld

Sie gelten als pflegebedürftig, wenn Sie infolge Krankheit oder Unfall für die nachfolgenden alltäglichen Lebensverrichtungen für mindestens 6 Monate erheblich auf die Hilfe von Dritten angewiesen sind:

  • Essen
  • Körperpflege und Ankleiden
  • Toilette benützen
  • Aufstehen und Gehen
  • Treppensteigen

Der Grad der Pflegebedürftigkeit wird von einer unabhängigen Fachperson nach einem standardisierten Index festgelegt. Es sind vier Einstufungen möglich: 25%, 50%, 75% oder 100%. Ab 25 Punkten erhalten Sie 25% des Taggeldes.

Bei ausgewiesener Pflegebedürftigkeit erhalten Sie das vertraglich vereinbarte Taggeld, über das Sie völlig frei (ohne Nachweispflicht) verfügen können – beispielsweise für ungedeckte Hotelleriekosten (Unterkunft und Verpflegung) im Pflegeheim.

Die Höhe des ausbezahlten Taggeldes richtet sich nach der gewählten Variante und dem Grad Ihrer Pflegebedürftigkeit.

Voraussetzungen:

  • Ein Arztzeugnis bestätigt, dass Sie mehr als 6 Monate lang auf Pflege angewiesen sind.
  • Der Grad Ihrer Pflegebedürftigkeit beträgt mindestens 25%.

Produktinformationen:
VIVANTE