November 2015

Medikamente günstig nach Hause liefern lassen

Immer mehr Kundinnen und Kunden bestellen ihre Medikamente bei einer Versandapotheke. Kein Wunder, entspricht dies doch dem Trend, alles, was man zum Leben braucht, elektronisch zu bestellen. Walter Oberhänsli, CEO der Versandapotheke Zur Rose Group, erzählt, wie die Bestellung von Arzneimitteln abläuft und wie der Kunde profitiert.

Bücher, Staubsauger, Uhren und Heimkinos: Kaum ein Gut, das heute nicht via Versandhandel zum Kunden gelangt. Weshalb nicht auch Medikamente? Diese Frage stellte sich vor fünfzehn Jahren der Gründer der Versandapotheke Zur Rose, Walter Oberhänsli. Heute ist der Jurist CEO der Zur Rose Group, der grössten Versandapotheke Europas. Mit einem Umsatz von 100 Millionen, 200 000 Kunden und 600 000 verschickten Paketen pro Jahr verfügt Zur Rose hierzulande über einen, laut Oberhänsli, «relevanten Marktanteil».

Der Versand von Arzneimitteln läuft natürlich etwas anders ab als derjenige von Büchern. Schliesslich handelt es sich nicht um irgendein Konsumgut. Für die Bestellung von rezeptpflichtigen Medikamenten, aus der die Krankenversicherung Beiträge aus der Grundversicherung bezahlt, überreicht der Arzt dem Patienten ein Rezept, das dieser ins Couvert steckt und an die Versandapotheke schickt. Oder: Der Arzt schickt ein elektronisches Rezept direkt an die Versandapotheke. Zwei Drittel des Gesamtumsatzes von Zur Rose erfolgen heute bereits über das elektronische Rezept. In der Regel einen Tag nach Bestellung, jedoch spätestens innert 48 Stunden, erhält der Kunde die rezeptpflichtigen Medikamente per Post zugestellt, versandkostenfrei.

Doch wieso soll ein Patient seine Pillen bei einer Versandapotheke beziehen und nicht bei der Apotheke um die Ecke? Erstens profitiert der Kunde von grosszügigen Rabatten: Zur Rose gewährt bei rezeptpflichtigen Medikamenten bis zu 12 Prozent. Dem Versicherungswesen brachte diese Apotheke 2014 so Einsparungen von rund 10,4 Millionen Franken ein, die direkt oder indirekt auch dem Versicherten zugute kamen.

Zweitens ist eine Versandapotheke praktisch für jene Patienten, die keine Apotheke in der Nähe haben oder keine Zeit haben. «Bei einer Versandapotheke riskiert man nicht, zweimal hingehen zu müssen, weil das Medikament nicht gerade an Lager ist», sagt Oberhänsli. Zur Rose verfügt über ein riesiges Lager, in dem praktisch alle Arzneimittel jederzeit vorrätig sind. Besonders für Patienten, die über lange Zeit die immer gleichen Medikamente beziehen, kann die Bestellung via Versandapotheke ein Segen sein. Wer mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen muss, kann sich bei Zur Rose mit einer ärztlichen Verordnung auch Tabletten in einzelne Säcklein abfüllen lassen, die mit Wochentagen und Tageszeiten versehen sind. «Es macht für den Kunden das Management der Medikation einfacher», sagt Oberhänsli. Was ebenfalls für Versandapotheken spricht, ist die Sicherheit: Zur Rose legt alle Rezepte eines Patienten elektronisch ab. Somit haben ihre Apotheker bei regelmässigen Medikamentenbezügern stets den Überblick. Entdecken sie mögliche Unverträglichkeiten zwischen einem neuen Medikament und einem bereits verabreichten, machen sie den Arzt oder den Patienten darauf aufmerksam. Auch bei unleserlichen handschriftlichen Rezepten halten sie Rücksprache.

Diskretion sei, laut Oberhänsli, ein weiterer Vorteil. Die Kunden würden auch deshalb die telefonische Beratung rege nutzen. «Sie läuft sehr viel diskreter ab als die Beratung in einer traditionellen Apotheke, wo links Frau Meier und rechts Frau Müller steht.» Weil unsere Bevölkerung immer älter wird und somit immer mehr Leute Medikamente konsumieren – und weil parallel dazu die Digitalisierung voranschreitet, blickt Oberhänsli optimistisch in die Zukunft: «Ich bin fest davon überzeugt, dass Arzneimittel den gleichen Weg nehmen werden wie die Bücher, von denen heute bereits jedes Dritte online eingekauft wird.»

Text: Daniela Diener