September 2015

Medizin aus einer Hand

Eine qualitativ hochstehende Behandlung zu tiefen Kosten, einfühlsame Betreuung sowie Erreichbarkeit rund um die Uhr. All dies erwartet eine Familie von ihrem Hausarzt. Die Pilatus Praxis in Luzern zeigt beispielhaft, wie das Hausarztmodell diese Wünsche erfüllt.

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Pilatus Praxis, Luzern

In der modernen Familienpraxis bietet ein Team von Hausärzten sowie Kinder- und Frauenärztinnen eine koordinierte Versorgung, von der besonders Familien profitieren. Die Praxis bietet alles unter einem Dach: von der Apotheke über Ultraschall- und Röntgengeräte bis hin zur Bettenstation. Hier fühlen sich auch die Kleinsten wohl.

Wer hier eintritt, fühlt sich sofort daheim: Der Empfangsraum wirkt wie das Entrée einer Privatwohnung, von der Theke her grüssen freundliche Assistentinnen, Sonnenlicht fällt durch die Fenster auf das helle Parkett. An der Garderobe hängen rote und grüne Kinderjacken, darunter warten Spielzeuge auf ihre kleinen Besitzer. Hinter einer Glaswand, in der Mitte des Wartezimmers, hält eine Art überdimensionierter Kinderverkaufsladen Spielsachen und Kinderbücher für die Kleinen feil. Hier scheint die Kinderecke ins Zentrum gerückt, so wie die Kinder ins Zentrum der Familie rücken, kaum sind sie auf der Welt. Das Wort Zentrum hat für den jungen Hausarzt Reto Kummer, selber Vater von vier Kindern, dreifache Bedeutung: «Erstens steht bei uns die Hausarztmedizin im Zentrum, zweitens sehen wir uns als kleines Zentrum, in dem wir verschiedene Disziplinen abdecken, und drittens befinden wir uns im Zentrum von Luzern.» Zu den Disziplinen der Praxis gehören die Allgemeine Innere Medizin, die Frauenheilkunde und die Kinderheilkunde.

Reto Kummer ist einer von siebzehn Ärzten und Ärztinnen der Familienpraxis. Die Sprechzimmer der Frauen- und Kinderärztinnen befinden sich Tür an Tür, jedes ist ausgestattet mit sandfarbenen Regalen, Tischen und Stühlen. Auf den 900 Quadratmetern, verteilt auf zwei Stockwerke, finden sich Räumlichkeiten für Labor, Apotheke, Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen, eine Bettenstation für ambulante Behandlungen sowie ein Zimmer für EKG-Untersuchungen.

Vom Grossvater bis zum Enkel

Die 2002 gegründete Pilatus Praxis ist eine Aktiengesellschaft und funktioniert laut Kummer auch deshalb so gut, weil sie unabhängig ist. «So können wir etwa modernste Geräte anschaffen, ohne vorher jemanden fragen zu müssen.» Ungefähr 10 000 Patienten zählt die Praxis, rund die Hälfte kommen als Familie. Das ist ganz im Sinne der Praxis. «Wir wollen von der Geburt bis zum Ende des Lebens den ganzen Lebenszyklus des Patienten begleiten», sagt Kummer, «und zwar über Generationen hinweg.» Dass dies nicht eine blosse Absichtserklärung ist, zeigt das Beispiel einer Grossfamilie: Ihre rund 20 Mitglieder – Eltern, Töchter, Schwiegersöhne und Enkel – lassen sich hier behandeln, viele davon bei Reto Kummer selbst. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Arzt kennt etwa die Ressourcen einer Familie oder sieht Zusammenhänge in den Krankengeschichten.

Günstigere Prämien dank Koordination

In der Pilatus Praxis profitieren insbesondere Patienten, die einem Hausarztmodell angeschlossen sind: Sie finden hier einen festen Ansprechpartner für alle gesundheitlichen Probleme. Vor jeder Behandlung müssen sie sich an ihren Hausarzt wenden, so verlangt es das alternative Versicherungsmodell. Der Arzt koordiniert ihre Behandlungen, auch die bei den Spezialisten, mit denen die Praxis zusammenarbeitet. Die Vernetzung unter den Ärzten, Therapeuten und Spitälern ist im Hausarztmodell das A und O. Dazu gehört auch die elektronische Vernetzung. Die Pilatus Praxis etwa tauscht sich mit dem Kantonsspital Luzern online aus. So hat der Praxisarzt Zugang zu den neusten Diagnosen, Laborwerten, Röntgenbildern oder Medikationen seines Patienten. Durch die Koordination all seiner Behandlungen behält er auch den Überblick. Die Behandlungen werden so sicherer, und es gibt weniger Doppelspurigkeiten. Dadurch werden Kosten gespart, was Prämienrabatte für unsere Kunden ermöglicht.

Ein anderer Vorteil des Hausarztmodells ist die Erreichbarkeit: Im Notfall kommt der Arzt nach Hause, an 365 Tagen, rund um die Uhr. Die Pilatus Praxis ist zudem unter der Woche bis um 18 Uhr, mittwochs bis 19 Uhr geöffnet sowie am Samstagmorgen, was für Berufstätige praktisch ist. Für die Patienten ebenso wichtig: Hier nehmen sich Ärzte Zeit für sie. «Wir haben keinen 5- oder 10-Minuten-Takt», beteuert Kummer.

Der Erfolg der Praxis, die kürzlich in den oberen Stock expandiert hat, zeigt sich an der tiefen Fluktuationsrate beim Personal und bei den Patienten. Letztere scheuen auch weite Anreisen nicht, egal ob von Rotkreuz, Dagmersellen oder gar vom 40 Kilometer entfernten Altdorf.

Text: Daniela Diener