März 2016

«Wänn isch wider Mäntig?»

Rinaldo mit Enkelin
Opa Hans Rudolf Dieziger ist für jeden Schabernack zu haben. Das freut die vierjährige Principessa.

Das Rezept für ein gutes Rollenspiel: viel Fantasie und was gerade an Kleidung vorhanden ist. Nonnodolfo befreit seine Enkelin, oder hier die Principessa, aus den Händen des Bösen.

«Nonnodolfo!» Unsere Vierjährige strahlt. Es ist Montag. Endlich! Heute wartet nach dem Kindergarten weder Mama noch Papa auf sie. Sondern mein Vater. Also ihr Opa, Grossvater, Ätti oder Nonno, wie das bei uns heisst. Meine Frau hat italienische Wurzeln (nicht im Garten). Und damit es keine Verwechslung gibt zwischen Nonno 1, dem Papi meiner Frau, und Nonno 2, meinem Daddy Hans Rudolf, haben wir Nonno 2 auf Nonnodolfo umgetauft.

Noch mehr Kreativität forderte die Suche nach einer Betreuungslösung. Meine Frau und ich arbeiten Teilzeit. Sie 50 Prozent, ich 80 Prozent. Und jetzt wird es kompliziert: Mit dem Eintritt in den Kindergarten endet die Ganztages-Krippe. Kindergarten findet in der Stadt Zürich nur vormittags statt. Am Nachmittag schwänzt das Schulamt. Wir haben eine zweite Tochter. Zwei Käse hoch, zwei Jahre alt, zwei Tage die Woche in der Kita. Kein Problem. Doch wer kümmert sich Vater mit Tochter nachmittags um unsere Vierjährige? Diese Lücke füllt seither Nonnodolfo aus. Mit Freude und Engagement. Mit Pasta (zu Hause) und Pommes frites (auswärts). Er singt, spielt Gitarre, liest Märchen, geht mit der Kleinen aufs Schiff, auf den Spielplatz, schlemmt mit ihr Glace – ich will gar nicht wissen, was die zwei alles zusammen anstellen. Aber ich bin ihm unendlich dankbar dafür. Und die Kleine fragt schon am Dienstag: «Wänn isch wider Mäntig?»

Text: Rinaldo Dieziger, (40), Unternehmer und Autor des Buches «Papperlapapa»