März

Wieso die Kosten im Spital steigen

Helsana konnte bei den Spitalzusatzversicherungen in den Jahren 2012 bis Ende 2014 Preissenkungen gewähren. Doch die demografische Entwicklung und die damit verbundenen Hospitalisierungen gefährden diese Preisreduktionen. Die Halbprivat- und Privatabteilung werden sich verteuern.

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Wer sich heute einer stationären Behandlung unterziehen lassen muss, kann dies seit Einführung der Fallpauschalen im Jahr 2012 schweizweit im Spital seiner Wahl tun. Mit dieser Neuregelung wurden gewisse Leistungen von der Zusatzversicherung in die Grundversicherung verschoben. Der Gesetzgeber bezweckte damit, dass für öffentliche und private Anbieter gleich lange Spiesse gelten. Dadurch konnten die Spitalzusatzversicherungen entlastet werden.

Helsana gelang es dank dieser Änderung bei sämtlichen Hospitalzusatzversicherungen insgesamt 78 Millionen Franken einzusparen. Als erster Versicherer gewährte Helsana für die Jahre 2012 und 2013 ihren Kundinnen und Kunden 5 Prozent Rabatt. 2014 wurden die Prämien flächendeckend reduziert.

Mehrere Gründe für Kostenanstieg

Wie sich nun aber zeigt, ist dieser positive Entlastungseffekt bereits wieder aufgebraucht. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Wettbewerb unter den Spitälern nicht wie erhofft vorankommt. Helsana rechnet damit, dass die Kosten bei den Zusatzversicherungen mittelfristig nicht auf dem Niveau der letzten Jahre gehalten werden können. Wie lässt sich das erklären? Vor der Spital- finanzierung 2012 bestand in der Grundversicherung keine hundertprozentige Kostendeckung. Dies führte in der Vergangenheit bei den Spitälern zu Kompensationen via pitalzusatzversicherungen. Die Preise stimmten mit den Mehrwerten, welche die Spitäler anboten, nicht überein.

Ein weiterer Grund für den Anstieg der Spitalkosten liegt aber auch in der demographischen Entwicklung. Kurz: Immer mehr Menschen benötigen aufgrund ihres Alters immer mehr Spitalpflege. Parallel dazu steigt auch die Zahl jener Patienten, die an mehr als einer Krankheit gleichzeitig leiden und oftmals über einen langen Zeitraum im Spital bleiben müssen. Dies belastet nicht nur Betroffene und deren Angehörige, sondern stellt auch für das gesamte Gesundheitswesen eine erhebliche finanzielle Belastung dar.

Um diese Herausforderungen wirksam anzugehen, setzt sich Helsana konsequent für bezahlbare Prämien ein. Dafür bedarf es einer differenzierten Beurteilung der Tarife aller beteiligten Kliniken und Spitäler, um eine Stabilisierung der Prämien bei den Hospitalprodukten zu erreichen. Dabei soll künftig die Zusammenarbeit mit jenen Spitälern gefördert und ausgebaut werden, die über eine angemessene und bezahlbare Tarifstruktur verfügen.

Text: Andrea Hohendahl