Ausland

Sturz in La Pineda

Ferien sind die schönste Zeit des Jahres. Umso schlimmer, wenn ein Unfall oder eine Erkrankung im Ausland plötzlich alle Pläne zunichtemacht. Damit für Arzt-, Spitalund Rückführungskosten nicht Tausende von Franken anfallen, sollten Reisende für diesen Fall ausreichend geschützt sein. Beatrice Ammann, Werner Seiler und Maya Muraro erzählen, was ihnen im Ausland passierte und wie ihnen geholfen wurde.

«Als mich letzten Oktober Freundinnen fragten, ob ich mit nach Spanien komme, sagte ich spontan zu. Zum ersten Mal fuhr ich nur mit meinem Sohn und ohne Mann und Tochter ins Ausland. Aufgrund einer angeborenen Gehbehinderung reise ich sonst nur mit der ganzen Familie. Zur Sicherheit nahm ich extra meine Stöcke mit, die ich zu Hause nie brauche. Die Tage in La Pineda verliefen so schön, wie Dominik und ich uns das vorgestellt hatten, bis ich am Freitag, dem vierten Tag unserer Ferien, im Hotelpark ausrutschte – trotz Stock. Mein linkes Knie knallte auf eine Wegplatte. Vor Schmerz wurde mir schwindlig. Im Spital in Tecla wurde ein dreifacher Oberschenkelbruch festgestellt. Die Ärzte und das Pflegepersonal waren sehr bemüht, doch die Verständigung war schwierig. Sie vermuteten, dass der Sturz auch meine Hüfte beschädigt hatte. Eine Freundin, die Spanisch konnte, hatte mich begleitet. Doch ihre Kenntnisse reichten nicht aus, um zu sagen, dass ich mit einer Hüftdysplasie geboren wurde. Von Haus aus eher ängstlich veranlagt, versetzte mich der Unfall in einem fremden Land in Panik. Die Freundin verständigte meinen Mann. Er sagte ihr, dass sie die Notfallnummer auf meiner Krankenversicherungskarte anrufen solle. In der Notrufzentrale von Helsana nahm man sich sofort engagiert der Sache an, was mich beruhigte. Gegen Abend meldete sich eine Mitarbeiterin und fragte mich, ob man sich beim Arzt in Tecla über meinen Fall informieren dürfe. Wenig später erfuhr ich, dass ich am Sonntag ausgeflogen würde. Ich kann kaum beschreiben, wie froh ich darüber war.

Ständiger Kontakt zur Notrufzentrale

Am Samstagmorgen meldete sich erneut eine Mitarbeiterin der Notrufzentrale und erkundigte sich, wie es mir ging. Trotz der Aussicht, bald wieder in der Schweiz zu sein, hatte ich grosse Angst. Auch machte ich mir Vorwürfe, dass ich meinem Sohn die Ferien verdorben hatte. Die Frau musste gemerkt haben, dass ich ein Tief hatte, denn alle paar Stunden meldete sich jemand bei mir. Samstagmittag stand fest, dass ich am nächsten Tag zwischen 11 und 12 Uhr zum nächsten Flughafen gebracht würde. Man fragte mich sogar nach meinem Wunschspital. Das fand ich grandios. Ich entschied mich für Langenthal, um nah bei meiner Familie zu sein. Bis die Ambulanz kam, zitterte ich jedoch, ob noch etwas schiefgehen würde. So ein Unfall macht einen sehr verletzlich.

Gut gelaunte Helfer

Meine Erleichterung war gross, als ein Sanitäter und ein Fahrer mich wie verabredet am Sonntag kurz nach 11 Uhr abholten. Ein Flugzeug mit österreichischer Besatzung stand auf dem Flughafen Reus nahe bei Tecla bereit. Von der Ärztin bis zu den Piloten waren alle bester Laune, was sich auch positiv auf meine Stimmung auswirkte. In Santiago de Compostela nahmen wir noch einen Mann auf, der sich mit einer Säge schwer verletzt hatte. Ich bekam mit, dass er erst mit Kreditkarte zahlen musste, bevor er an Bord durfte. Erneut war ich froh über meine Zusatzversicherung, die alle Kosten abdeckte. Darüber hatte man mich noch bei der Notrufzentrale informiert. Gegen 18 Uhr landeten wir in Belp, und wenig später war ich im Spital. Zwei Tage später fand die Operation statt. Mein positiver Eindruck davon, wie mir geholfen wurde, verstärkte sich weiter. Ein paar Tage nachdem ich wieder daheim war, erhielt ich einen Blumenstrauss von Helsana. Vor dem Unfall hatten mich die hohen Versicherungsprämien oft genervt. Jetzt weiss ich, dass die Leistungen den Preis wert sind.»

Quelle: Sensoausgabe 2013