Ausland

Notfall auf der Insel Lesbos

Ferien sind die schönste Zeit des Jahres. Umso schlimmer, wenn ein Unfall oder eine Erkrankung im Ausland plötzlich alle Pläne zunichtemacht. Damit für Arzt-, Spitalund Rückführungskosten nicht Tausende von Franken anfallen, sollten Reisende für diesen Fall ausreichend geschützt sein. Beatrice Ammann, Werner Seiler und Maya Muraro erzählen, was ihnen im Ausland passierte und wie ihnen geholfen wurde.

«Die Woche auf Lesbos letzten Juli fing so gut an: Das Hotel war schön gelegen, und die Leute im Seminar fand ich alle sehr interessant. Ich wollte dort mehr über das Phänomen Engel erfahren. Am Ende des dritten Seminartags fühlte sich mein Rücken seltsam an. Es wurde schlimmer, als ich zu Bett ging. Mitten in der Nacht erwachte ich schliesslich an einem furchtbaren Schmerz. Drehte ich mich ein wenig zur Seite, fühlte es sich an, als ob ich mich in Messer legen würde. Ich konnte nicht mehr aufstehen. Um aus dem Bett zu kommen, musste ich mich mit den Knien auf den Boden fallen lassen. Bis ich mich einigermassen aufgerichtet hatte, dauerte es eine Viertelstunde. Ich hatte grosse Angst und rief die Kursleiterin an. Sofort wurde eine Physiotherapeutin organisiert, die meinte, dass es nicht gut aussehe. Auch ein lokaler Arzt wurde aufgeboten, der mir ein Muskelrelaxans spritzte und sagte, ich müsse ins Spital. Wenn das wirklich nötig war, dann wollte ich das aber nur in der Schweiz. Als die Physiotherapeutin ein zweites Mal vorbeikam und feststellte, dass es mir trotz aller Bemühungen schlechter ging, war sie sehr besorgt. Jede Bewegung war kraftraubend und schmerzhaft. Um möglichst wenig aufstehen zu müssen, ass und trank ich kaum noch etwas. Meist kroch ich auf Knien ins Bad. Im Bett hielt ich es nur mit hochgelegten Beinen aus. Am Sonntag rief die Reiseleitung die Notrufzentrale von Helsana an. Deren Mitarbeiter sprachen mit dem griechischen Arzt und kontaktierten auch mich. Eine Ärztin wollte wissen, wie es mir gehe und ob ich einen regulären Rückflug antreten könne. Ich sagte ihr, das sei nicht möglich. Als am Montag der Anruf kam, dass man mich am nächsten Tag abholen werde, habe ich vor Erleichterung geweint. Auf normalem Weg hätte ich nie zurückreisen können. Das Team der Rega holte mich am Dienstagvormittag mit zwei Autos ab. Ein Krankenwagen war nicht aufzutreiben gewesen. Als Erstes wurde mir etwas gespritzt, das die Rega-Helfer als «Wundermittel» bezeichneten. Es wirkte schnell und gut. Dafür hätte ich sie küssen können. Die Beine auf das Armaturenbrett gelegt, stand ich die Stunde Fahrt zum Flughafen einigermassen durch. Wir fuhren zum Jet, und los gings.

Engel in anderer Gestalt

Das Wissen, dass ich in guten Händen war, machte mich während des Flugs ruhig und froh. Gegen 18 Uhr traf ich in der Zürcher Klinik Hirslanden ein. Am nächsten Tag, man hatte mir den ersten freien Termin gegeben, wurde ich operiert. Ich hatte einen akuten, schweren Bandscheibenvorfall. Es war höchste Zeit, denn der abgeklemmte Nerv war am Absterben gewesen. Mein Wunsch, auf Lesbos mehr über Engel zu erfahren, hat sich erfüllt, jedoch in anderer Form als erwartet. Ich bin vielen Engeln in Menschengestalt begegnet: den Hotelmitarbeitern, den Seminarteilnehmern, der Physiotherapeutin, dem griechischen Arzt, den Helfern von der Rega und den Helsana-Mitarbeitern. Alle waren so hilfsbereit und liebenswürdig. Seit Geburt bin ich bei Helsana versichert. Immer, wenn mich andere Versicherungen fragen, ob ich nicht wechseln will, sage ich aus Loyalität und Dankbarkeit Nein. In Griechenland habe ich einmal mehr erfahren, dass man bei Helsana für mich da ist.

Quelle: Sensoausgabe 2013