Über unser Unternehmen

Helsana engagiert sich für Ihre Gesundheit

Gesundheitskompetenz

Was ist wichtig für unsere Gesundheit? Wie wissen wir, was uns gut tut? Wo holen wir uns Rat, wenn es um unsere Gesundheit geht? Wir alle sollten uns um unsere Gesundheit kümmern. Ein wichtiger Ratgeber, wie wir uns gesundheitsfördernd verhalten, ist unsere Gesundheitskompetenz. Um diese aufzubauen, müssen wir Zugang zu verständlicher Gesundheitsinformation haben.

An Informationsquellen mangelt es nicht, doch gerade in Zeiten von Social Media und Internet ist es schwierig, die Qualität der Informationen zu beurteilen. Umso wichtiger ist es, der Bevölkerung den Zugang zu wissenschaftlich aktuellen und objektiven Informationen auf einfache und verständliche Art und Weise zu ermöglichen: Welche Früherkennungsuntersuchungen und -programme sind sinnvoll? Wo liegen die Vor- und Nachteile der medizinischen Angebote? Medizinische Fragestellungen können oft nicht generell beantwortet werden. Deshalb sind transparente und verlässliche Informationen wichtig.

Als führender Krankenversicherer der Schweiz engagieren wir uns im Interesse unserer Kundinnen und Kunden dafür, dass unabhängige und verständliche Orientierungs- und Entscheidungshilfen einfach zugänglich sind. So können Sie sich zu wichtigen Gesundheitsthemen eine Meinung bilden und einfacher entscheiden, was für Ihre Gesundheit richtig und wichtig ist. Wir möchten mit diesem Engagement einen Beitrag für Ihre Gesundheit leisten – im Sinne einer nachhaltigen Gesundheitsversorgung.

Wir haben als Erstes drei Früherkennungs-Massnahmen ausgewählt: Mammografie-, PSA- und Darmkrebs-Screening. Die in Zusammenarbeit mit dem Harding-Zentrum für Risikokompetenz aufgearbeitete Faktenlage bezieht sich auf systematisches Screening. Das heisst, dass es sich dabei um die systematische Untersuchung breiter Bevölkerungskreise handelt ̶ ohne dass jeweils ein konkretes Anzeichen einer Erkrankung vorliegt. Im Einzelfall (bei Vorliegen von Beschwerden oder individueller Risikofaktoren) kann es durchaus Sinn machen, eine Früherkennungsuntersuchung durchzuführen. In diesen Fällen spricht man in Fachkreisen von «opportunistischem Screening».

Prostatakrebs-Früherkennung durch PSA-Screening

Der PSA-Test – PSA steht für prostataspezifisches Antigen – ist ein simpler Bluttest. Er misst ein Eiweiss, das nur von den Zellen der Prostata hergestellt und ins Blut ausgeschüttet wird. Ein erhöhter PSA-Wert deutet darauf hin, dass mit der Prostata etwas nicht in Ordnung ist. PSA kann ein Hinweis auf Prostatakrebs sein. Es gibt aber auch noch andere Gründe für ein erhöhtes PSA. Damit Sie sich schnell und übersichtlich über den Nutzen und die Risiken des PSA-Tests zur Prostatakrebsfrüherkennung informieren können, haben wir in Zusammenarbeit mit dem Harding-Zentrum für Risikokompetenz die Faktenlage mit den wichtigsten Vor- und Nachteilen zusammengestellt.

In fünf Langzeitstudien nahmen Tausende Männer über 50 Jahren entweder regelmässig am PSA Test teil oder nicht. Die Zahlen beziehen sich auf je 1000 Männer über 50 Jahre, die über einen Beobachtungszeitraum von 11 Jahren regelmässig den PSA-Test durchgeführt haben (Screeninggruppe) und eine gleich grosse Gruppe, die nicht am Screening teilnahm (Vergleichsgruppe).

Langzeitstudien zur Prostatakrebs-Früherkennung

PSA-Screening
Die Auswertung der wissenschaftlichen Studien zeigt, dass das PSA-Screening die Zahl der in elf Jahren an Prostatakrebs verstorbenen Männern nicht zu senken vermochte. Die Zahl der insgesamt an Prostatakrebs verstorbenen Männern war in den Gruppen mit und ohne PSA-Screening identisch: Sieben von je 1000 Männern starben an Prostatakrebs. Insgesamt hatte der PSA-Test keinen Einfluss auf die Sterblichkeitsrate. Bei 160 von je 1000 Männern in der Screening-Gruppe wurde in den beobachteten elf Jahren eine Biopsie durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass das PSA-Testergebnis ein Fehlalarm war. Bei 20 von je 1000 Männern der Screening-Gruppe wurde fälschlicherweise Prostatakrebs diagnostiziert und behandelt.

Weitere Informationen:

In seinem Bericht vom Oktober 2011 hält das Swiss Medical Board fest, dass die Bestimmung des PSA-Wertes bei symptomlosen Männern nicht gerechtfertigt sei. Zum Bericht >

Brustkrebs-Früherkennung durch Mammographie-Screening

Bei einer Mammographie wird bei Frauen ab 50 Jahren eine Röntgenuntersuchung der Brust durchgeführt mit dem Ziel, bestehende Tumore möglichst frühzeitig zu entdecken und dadurch die Heilungschancen zu verbessern. Doch was ist der tatsächliche Nutzen des Mammographie-Screenings und wie gross der mögliche Schaden?

Medizinische Fragestellungen können oft nicht pauschal beantwortet werden. Deshalb sind transparente Informationen wichtig. Damit Sie den Nutzen und die Risiken des Mammographie-Screenings abwägen können, zeigen wir an dieser Stelle die Faktenlage auf – in Zusammenarbeit mit dem Harding-Zentrum für Risikokompetenz. Die wichtigsten Vor- und Nachteile werden klar und übersichtlich gegenüberstellt.

In Langzeitstudien nahmen Tausende Frauen über 50 Jahren entweder regelmässig am Screening teil oder nicht. Die Zahlen beziehen sich auf je 1000 Frauen über 50 Jahre*, die zehn Jahre oder länger am Mammografie-Screening teilgenommen haben (Screening-Gruppe), und eine gleich grosse Gruppe, die nicht am Screening teilgenommen hat (Vergleichsgruppe).

Langzeitstudien zur Brustkrebs-Früherkennung

Brustkrebs-Screening

Die Auswertung der wissenschaftlichen Studien zeigt, dass das Mammografie-Screening die Zahl der in zehn Jahren an Brustkrebs verstorbenen von fünf auf vier je 1000 Frauen senkte. Dieser Effekt schlug sich nicht auf die Gesamtkrebssterblichkeit nieder: Die Zahl der insgesamt an Krebs verstorbenen Frauen war in den Gruppen mit und ohne Mammografie-Screening identisch.

100 der je 1000 Frauen in der Screening-Gruppe hatten während der zehn Jahre mindestens ein auffälliges Ergebnis, obwohl sich später zeigte, dass sie keinen Brustkrebs hatten. Diese Frauen mussten zum Teil monatelang mit dieser Unsicherheit leben und weitere Diagnostik über sich ergehen lassen, bis Entwarnung gegeben werden konnte.

Mit dem Mammografie-Screening werden auch sogenannte «indolente» (langsam wachsende oder weniger aggressive) Tumore entdeckt, die sich nie zu einer lebensgefährlichen Krebserkrankung ausbilden. Da man die Entwicklung zu indolenten oder lebensgefährlichen Tumoren nicht vorhersagen kann, wurde bei etwa fünf von je 1000 Frauen in der Screening-Gruppe eine teilweise oder vollständige Brustentfernung durchgeführt, obwohl dies nicht nötig gewesen wäre.

Das Mammografie-Screening wird in der Schweiz von der obligatorischen Grundversicherung übernommen. In einigen Kantonen wird im Rahmen von kantonalen Programmen auf die Erhebung der Franchise verzichtet.

Weitere Informationen:

Das Swiss Medical Board empfiehlt in seinem Bericht vom Dezember 2013 keine systematischen Mammographie-Screening-Programme einzuführen und bei allen Formen des Mammographie-Screenings eine vorgängige gründliche ärztliche Abklärung und eine verständliche Aufklärung mit Darstellung der erwünschten und unerwünschten Wirkungen durchzuführen. Zum Bericht >

Früherkennung von Darmkrebs durch Darmspiegelung

Bei der Darmspiegelung gilt es, zwei Varianten zu unterscheiden: die kleine und die grosse Darmspiegelung. In vielen europäischen Ländern wird lediglich die kleine Darmspiegelung durchgeführt (auch Teildarmspiegelung beziehungsweise Sigmoidoskopie); in der Schweiz wird dagegen in der Regel die «grosse» Darmspiegelung (auch Koloskopie) durchgeführt. Diese läuft ähnlich ab wie eine kleine Darmspiegelung, dringt jedoch tiefer vor. Beide Tests beinhalten die Untersuchung der Darmwand von innen. Dabei wird ein flexibler Schlauch in den Darm eingeführt. Bei beiden Varianten der Darmspiegelung kann der Arzt Vorstufen zu Krebs direkt entfernen, die er während der Untersuchung an der Darmwand entdeckt.

Eine weitere Form der Darmkrebsfrüherkennungsuntersuchung ist der Test auf okkultes (nicht sichtbares) Blut im Stuhl.

Sind diese Früherkennungsuntersuchungen sinnvoll? Medizinische Fragestellungen können oft nicht pauschal beantwortet werden. Auch diese nicht. Transparente Informationen sind wichtig. Damit Sie den Nutzen und die Risiken der Darmspiegelung abwägen können, zeigen wir an dieser Stelle die Faktenlage auf – in Zusammenarbeit mit dem Harding-Zentrum für Risikokompetenz. Die wichtigsten Vor- und Nachteile werden klar und übersichtlich gegenübergestellt.

Die Zahlen beziehen sich auf Personen über 50 Jahre, die über einen Beobachtungszeitraum von zehn Jahren mindestens eine Darmspiegelung durchgeführt haben (Screening-Gruppe), und eine gleich grosse Gruppe, die nicht am Screening teilgenommen hat (Vergleichsgruppe).

Langzeitstudien zur Früherkennung von Darmkrebs
Darmkrebs-Screening

Die Auswertung der wissenschaftlichen Studien zeigt, dass von je 1000 Menschen, die an der Darmkrebsfrüherkennungsuntersuchung durch eine kleine Darmspiegelung (Sigmoidoskopie) teilnahmen, in einem Zeitraum von mindestens zehn Jahren sechs an Darmkrebs starben. In der Gruppe, die nicht an der Untersuchung teilnahm, starben im selben Zeitraum acht von je 1000 Personen an Darmkrebs. Das wirkte sich allerdings nicht auf die Gesamtsterblichkeitsrate aus: Die Anzahl der Menschen, die insgesamt in dem Zeitraum starben, war in beiden Gruppen gleich gross. Durch die Entfernung von Darmkrebsvorstufen bei der Darmkrebsfrüherkennungsuntersuchung wurde in der Screening-Gruppe von je 1000 Menschen bei vier Personen weniger Darmkrebs diagnostiziert.

Von je 1000 Menschen, die an der Darmkrebsfrüherkennungsuntersuchung teilnahmen, traten während der Untersuchung bei 200 mittelstarke bis starke Schmerzen oder Beschwerden auf. Von je 1000 Menschen, die an Darmkrebsfrüherkennungsuntersuchung teilnahmen, traten bei weniger als einer Person schwerwiegende Komplikationen (z.B. starke Darmblutungen oder ein Riss in der Darmwand) auf.

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) übernimmt die Kosten der Darmspiegelung auch dann, wenn im engen familiären Umfeld der zu untersuchenden Person keine entsprechende Erkrankung bekannt ist. Abgedeckt ist der Nachweis von Blutspuren im Stuhl (alle zwei Jahre) sowie Dickdarmspiegelungen (alle zehn Jahre) bei Frauen und Männern zwischen 50 und 69 Jahren. Koloskopien im Rahmen der Screening-Programme in den Kantonen Waadt und Uri sind von der Franchise befreit.