Überblick Ihre Mitarbeitenden

Unfall

«Mein Mitarbeiter ist verunfallt und fällt aus. Wer zahlt den Lohn, und wie steht es mit den Heilungskosten? Welche Massnahmen muss ich ergreifen?»

Unfall

Ob Ihr Mitarbeiter den Unfall während der Arbeit oder in seiner Freizeit erlitten hat: So oder so hat er Anspruch auf seinen Lohn. So will es das Gesetz. Es schreibt auch vor, dass die Heilungskosten versichert sein müssen.

Wer bezahlt was?

Lohnfortzahlung

Für die ersten zwei Tage müssen Sie als Arbeitgeber den Lohn Ihres Mitarbeiters selber bezahlen (mind. 80 %). Ausnahme: Sie haben eine Unfall-Zusatzversicherung abgeschlossen, bei der die Unfallversicherung den Lohn vom ersten Tag an übernimmt.

Ab dem dritten Tag übernimmt Ihre obligatorische Unfallversicherung das Unfalltaggeld. Dieses richtet sich nach dem letzten bezogenen Lohn vor dem Unfall und beträgt pro Mitarbeiter bis maximal 148 200 Franken pro Jahr. Falls er mehr als 8 Stunden pro Woche bei Ihnen arbeitet, spielt es keine Rolle, ob sich der Unfall in der Freizeit oder bei der Arbeit ereignet hat. Wenn sich der Unfall ausserhalb der Arbeitszeit ereignet hat und der Mitarbeiter nicht mehr als 8 Stunden pro Woche für Sie arbeitet, sind Sie zur Lohnfortzahlung verpflichtet.

Heilungskosten

Heilungskosten (z.B. Spital- oder Therapiekosten) übernimmt die obligatorische Unfallversicherung Ihres Unternehmens, bis der Mitarbeiter wieder gesund ist.

Falls Ihr Mitarbeiter weniger als acht Stunden pro Woche für Sie arbeitet, ist er selber für Unfälle in seiner Freizeit verantwortlich. Er kann den Unfall bei seiner obligatorischen Grundversicherung einschliessen. Diese übernimmt die Heilungskosten.

Unfall während der Ferien

Bei einem Unfall in den Ferien hat Ihr Mitarbeiter nur dann Anrecht auf einen Nachbezug von Ferientagen, wenn der Unfall zu Ferienunfähigkeit geführt hat. Ferienunfähigkeit ist nicht gleich Arbeitsunfähigkeit. Sie ist dann gegeben, wenn zum Beispiel ein Aufenthalt in einer Reha-Klinik, Bettlägerigkeit oder regelmässige Arzt- oder Physiotherapiebesuche dem Erholungszweck der Ferien entgegenstehen.

Arbeitsunfähigkeit

Als arbeitsunfähig gilt Ihr Mitarbeiter, wenn der behandelnde Arzt bescheinigt, dass er nach einem Unfall für eine verordnete Dauer nicht im bisherigen Aufgabenbereich oder Beruf tätig sein kann.

Ferienbezug während der Arbeitsunfähigkeit

Ihr Mitarbeiter darf während seiner Arbeitsunfähigkeit freiwillig Ferien beziehen. In diesem Fall gelten die beim Ferienbezug massgebenden Regeln: Der Mitarbeiter erhält seinen Lohn in gewohnter Höhe. Ein Anspruch auf Taggelder besteht in diesem Fall nicht.

Arbeiten trotz Arbeitsunfähigkeit

Für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit darf der betroffene Mitarbeiter nicht arbeiten. Sollte er dies trotzdem tun, kann die Versicherung das Taggeld zurückfordern. Ist der Mitarbeiter in der Lage, trotz angeschlagener Gesundheit gewisse Arbeiten auszuführen, suchen Sie am besten das Gespräch mit dem behandelnden Arzt. Je nach Einschätzung kann dieser die Arbeitsunfähigkeit reduzieren. Im Idealfall stellt er ein detailliertes Arztzeugnis aus. Dieses hält fest, welche Arbeiten der Mitarbeiter ausführen kann und welche nicht.

Mehr Informationen zu Arbeitsunfähigkeitszeugnissen finden Sie zum Beispiel auf der Website von Swiss Insurance Medicine.

Ziel muss es sein, die volle Arbeitsfähigkeit des Mitarbeiters wiederherzustellen. Dies kann auch schrittweise geschehen.

Kündigung/Vertragsänderung während Arbeitsunfähigkeit

Ist ein Mitarbeitender nach einem Unfall arbeitsunfähig, dürfen Sie ihm während einer gesetzlich geregelten Zeitspanne weder kündigen noch den Vertrag ändern. Der Kündigungsschutz beträgt nach Ablauf der Probezeit 30 Tage, vom 2. bis 5. Dienstjahr 90 Tage und ab dem 6. Dienstjahr 180 Tage. Nach Ablauf dieser Sperrfrist ist eine Kündigung trotz Arbeitsunfähigkeit erlaubt. Keine Sperrfrist gilt für den Mitarbeitenden. Ihm ist es gestattet, zu den normalen Kündigungsfristen zu kündigen. Weiterführende Informationen zum Thema Kündigung sowie eine Musterkündigung zum Herunterladen finden Sie unter www.ch.ch.

Was kann Helsana für Sie tun?

Unfall sofort melden

Melden Sie uns einen Unfall so schnell wie möglich, damit wir Sie und die verunfallte Person optimal betreuen können. Je früher Sie uns kontaktieren, desto schneller können wir den Fall mit geeigneten Massnahmen zum Vorteil aller Parteien abwickeln. Am besten benutzen Sie für die Unfallmeldung das Online-Formular. Wir benötigen von Ihnen:

  • Ihre Policen-Nr.
  • Die Personalien des verunfallten Mitarbeitenden
  • Informationen zum Unfallhergang (Zeit, Ort, Ablauf des Unfalls, Angaben zum behandelnden Arzt oder zur Heilanstalt, betroffene Haftpflichtige und Versicherungen)

Die verunfallte Person oder ihre Angehörigen müssen Ihnen den Unfall melden. Wir sind danach ermächtigt, alle Auskünfte zu erfragen, die zur Klärung des Unfallhergangs und der Unfallfolgen beitragen. Diese Angaben benötigen wir, um die Versicherungsleistungen festzusetzen.

Falls Sie bei Helsana lediglich über eine Zusatzversicherung für Unfall verfügen, bitten wir Sie um die Zustellung einer Kopie der Unfallmeldung, die Sie Ihrem obligatorischen Unfallversicherer eingereicht haben.

Der betroffene Mitarbeitende kann Rechnungen im Zusammenhang mit seinem Unfall direkt bei uns einreichen, nachdem Sie uns den Unfall gemeldet haben.

Mehr Informationen zur Unfallmeldung finden Sie unter Helsana für Unternehmen, Bereich Kundenservice.

Was tun bei längerer Arbeitsunfähigkeit?
Vollmacht

Bei Fragen oder Unklarheiten kontaktieren wir Ihren Mitarbeiter direkt. Je nach Situation verpflichtet uns der Datenschutz dazu, für die Bearbeitung der Leistungsfälle eine Vollmacht bei ihm einzuholen.

Arztzeugnis

Lassen Sie uns direkt oder über Ihren Mitarbeiter zusätzlich ein Arztzeugnis zukommen.

Unfallschein

Ihr Mitarbeiter erhält von Helsana einen Unfallschein. Dieser muss er bei jedem Arztbesuch vorweisen, damit der Arzt seine Eintragungen vornehmen kann. Jeweils per Monatsende muss uns Ihr Mitarbeiter eine Kopie des aktualisierten Unfallscheins zustellen. Sobald er die Arbeit wieder vollumfänglich aufnimmt, benötigen wir das Original des Unfallscheins, um eine Schlussabrechnung zu erstellen, sowie ein Abschlusszeugnis des behandelnden Arztes.

Reintegration

Treten beim Heilungsprozess Komplikationen auf oder dauert die Genesung länger, können Sie und Ihr Mitarbeiter auf kompetente, persönliche Beratung und Begleitung durch unser Team von Fachexperten (Case Manager) zählen. Dieses übernimmt auch die Koordination mit weiteren involvierten Stellen und sorgt dafür, dass sich die Rückkehr des Mitarbeiters an den Arbeitsplatz nach einem Unfall optimal gestaltet. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Helsana für Unternehmen, Bereich Case Management.

Anmeldung Invalidenversicherung (IV)

Falls Sie und Ihr Mitarbeiter feststellen, dass er künftig nicht mehr das normale Arbeitspensum leisten kann, ist eine Anmeldung bei der für Sie zuständigen IV-Stelle (am Wohnort der versicherten Person) erforderlich. Wir übernehmen das gerne für Sie. Mit dem Eingang der Anmeldung bei der IV beginnt die Phase der Abklärungen verbunden mit einer allfälligen Frühintervention. Die IV entscheidet, ob und mit welchen Massnahmen der Frühintervention Ihrem Mitarbeiter die Rückkehr ins Erwerbsleben erleichtert werden kann.

Führungsschulungen für Vorgesetzte

Aus Studien geht hervor, dass die Beziehung zur vorgesetzten Person wesentlich dazu beiträgt, wie rasch ein Mitarbeitender nach einem Unfall wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren kann. Helsana bietet interessierten Unternehmenskunden Schulungen für Führungskräfte an, bei denen der wertschätzende Umgang mit den Mitarbeitenden im Zentrum steht. Mehr Informationen dazu finden Sie unter Helsana für Unternehmen, Bereich Gesundheitsmanagement.